60 Jahre Mauerbau - Junge Union Lauterbach erinnert an die Ereignisse des 13. August 1961

12.08.2021, 08:05 Uhr | Junge Union Stadtverband Lauterbach
Der Lauterbacher „Berlin-Meilenstein 476 km“ von 1963 hat die Umgestaltung der Einmündung Lindenstraße/Fuldaer Straße zum Peter-Grünberg-Kreisverkehrsplatz vor einigen Jahren nicht überstanden. ( Foto: Archiv Ralf Fuchs)
Der Lauterbacher „Berlin-Meilenstein 476 km“ von 1963 hat die Umgestaltung der Einmündung Lindenstraße/Fuldaer Straße zum Peter-Grünberg-Kreisverkehrsplatz vor einigen Jahren nicht überstanden. ( Foto: Archiv Ralf Fuchs)

In der Nacht auf den 13. August 1961 errichteten überraschend DDR-Grenzsoldaten ein Grenzsperrwerk mitten durch das in Westsektoren und den sowjetischen Sektor geteilte Berlin. Die Berliner Mauer vervollständigte damit die schon vorhandenen Sperranlagen an der Zonengrenze, etwa zwischen Hessen und Thüringen. 60 Jahre nach dem Mauerbau erinnert die Junge Union Lauterbach an die Opfer der deutschen Teilung mit Mauer und Stacheldraht, so JU-Stadtverbandsvorsitzender Joshua Östreich.

An der Zonengrenze und der Berliner Mauer seien weit über 100 Menschen bei Fluchtversuchen ums Leben gekommen, etwa durch Minen und Schusswaffengebrauch. Gerade junge Menschen hätten immer wieder versucht, auf dem Weg in die Freiheit die Grenze zu überwinden und mit dem Leben bezahlt. Dazu gehörte der 18jährige Peter Fechter, der im August 1962 an der Mauer von DDR-Grenztruppen angeschossen wurde und verblutete. Der 21jährige Chris Gueffroy gilt als das letzte Todesopfer an der Berliner Mauer, der dort von DDR-Grenzsoldaten bei einem Fluchtversuch im Februar 1989 erschossen wurde - wenige Monate vor dem Fall der Mauer am 9. November.

Mit Minen und messerscharfen Metallgitterzäunen wurde der „Todesstreifen“ seit 1961 an der Zonengrenze von Lübeck bis Hof immer weiter aufgerüstet. Zudem gab es noch den Schießbefehl, der die Grenzsoldaten verpflichtete, auf Flüchtende zu schießen. „Und dann die Selbstschussanlagen SM 70, trichterförmig, mit unzähligen Metallsplittern gefüllt, ausgelöst durch Schnüre. Viele Flüchtlinge starben oder wurden schlimmstens verletzt“, wie der vormalige Vogelsberger Landrat Rudolf Marx, der zuvor Offizier beim damaligen Bundesgrenzschutz war, bei einer JU-Veranstaltung vor zwei Jahren anlässlich 30 Jahre Mauerfall anschaulich schilderte.

„Berlin 476 km“ stand auf dem Gedenkstein in Lauterbach an der Einmündung der Lindenstraße in die Fuldaer Straße, der 1963 – zehn Jahre nach dem blutig niedergeschlagenen Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der Ostzone – und unter dem Eindruck des zwei Jahre zuvor erfolgten Mauerbaues in Berlin vom 13. August 1961 errichtet wurde. Der marode Gedenkstein samt dem Berliner Bären hat die Bauarbeiten zur Umgestaltung zum Kreisverkehr „Peter-Grünberg-Platz“ vor einigen Jahren leider nicht überstanden.

Lauterbach hatte etwa durch die Unterstützungs-Patenschaft während der Teilung Berlins mit dem dortigen Bezirk Reinickendorf selbst einiges beigetragen, um die Not der Menschen im abgeriegelten Teil Berlins zu lindern. 

Für das Gedenken an die Opfer der Teilung Deutschlands sei es wichtig, junge Leute über die von der kommunistischen SED-Diktatur eingesperrten Menschen in der DDR zu informieren. Dazu leiste etwa die Grenzgedenkstätte Point Alpha bei Rasdorf an der hessisch-thüringischen Landessgrenze einen wichtigen Beitrag.